Wenn Sie ein Depot eröffnen müssen Sie einiges beachten. Ein Depot lässt sich als Konto für Aktien an einer Aktiengesellschaft, Fonds, Kryptowährungen oder ETFs beschreiben. Um mit Wertpapieren zu handeln ist immer ein Depot erforderlich. Schwer ist die Eröffnung jedoch nicht und bei manchen Anbietern innerhalb von 5 Minuten möglich. Was Sie zu beachten haben erklären wir in diesem Beitrag und geben Tipps für Ihr erstes Investment.
In einem Depot werden die Wertpapiere aufbewahrt und verwaltet. Wertpapiere sind dabei beispielsweise Aktien, Anleihen, Fonds und ETFs. Ursprünglich wurde das Depot offline verwaltet und ähnelte einem Schließfach bei einer Bank. Heutzutage hingegen geschieht dies digital. Über sein Smartphone kann man in einer App die aktuellen Kurse sehen, Handeln und erhält diverse andere Informationen über die einzelnen Unternehmen. Handeln lässt sich in den Apps durch ein paar Klicks. Die App ist in aller Regel selbstverständlich, so dass sie sich nach mehrmaligen Probieren ganz leicht bedienen lässt.
Wertpapiere erweisen sich in der heutigen Zeit als deutlich renditestärker als Sparkonten, Tagesgeldkonten und Festgeldkonten. Praktisch ist zudem, dass einige Anbieter Zinsen auf das eingezahlte Geld auszahlen. Oft erfolgt die Auszahlung monatlich.
Jedoch kommt es zu einer höheren Rendite natürlich nur bei einem höheren Risiko. Der Wert des Portfolios kann sich in kurzer Zeit erheblich ändern. Zudem ist zu beachten, dass das investierte Geld dann auch erstmal weg ist und Sie unter Umständen viele Jahre darauf verzichten müssen. Um keine Verluste zu machen, sollten Sie Ihre Wertpapiere nicht einfach verkaufen, weil Sie grade nicht genug Geld heben. Vielmehr ist es wichtig, seine Vermögensverhältnisse langfristig zu planen, um Wertpapiere zu einem geschickten Zeitpunkt verkaufen zu können.
Gekaufte Anteile oder Aktien sind nicht über eine Einlagensicherung geschützt. Jedoch gehören sie zum Sondervermögen und fallen bei Zahlungsunfähigkeit nicht in die Insolvenzmasse. Wie dies bei Kryptowährungen aussieht haben wir in einem unseren anderen Beiträgen erläutert. Sollte der Depotanbieter insolvent werden, so können Sie die Wertpapiere auf eine andere Bank übertragen. Dabei schützt Anleger ebenfalls die Anlegerentschädigung nach europäischem Recht. Danach sind maximal EUR 20 000 pro Anleger geschützt und höchstens 90 Prozent der fehlenden Summe.
Um ein Depot eröffnen zu können müssen Sie keine besonderen Voraussetzungen erfüllen. Sie müssen mindestens 18 Jahre alt sein und brauchen ein Girokonto bei einer Bank. Bei einigen Banken ist zudem ein Wohnsitz in Deutschland erforderlich. Ein bestimmtes Vermögen müssen Sie nicht haben.
Das bestehende Girokonto ist das Referenzkonto. Wenn Sie bei der Bank, bei der Sie Ihr Girokonto führen, auch das Depot eröffnen, so ist dieses auch gleichzeitig Ihr Verrechnungskonto. Bei einem Broker sind Verrechnungskonto und Referenzkonto in aller Regel verschieden. Das Verrechnungskonto wird automatisch mit dem Depot eröffnet. Einzahlungen und Auszahlungen sind dabei nur zwischen dem Referenzkonto und dem Verrechnungskonto möglich und grade nicht mit dem Depot. Das Depot ist nicht für den Zahlungsverkehr gedacht. Deswegen ist das Verrechnungskonto zwischen dem Depot und dem Referenzkonto zwischen geschaltet.
In der Regel sind Einzahlungen auf das Depot von jedem beliebigen Girokonto möglich. Bei einzelnen Anbietern sind ausnahmsweise nur Einzahlung möglich, von einem Konto, das dem Benutzer selbst gehört. Auszahlungen von dem Depot sind in der Regel nur auf das angegebene Referenzkonto möglich.
Zusammenfassend ist damit die Aufgabe des Verrechnungskonto, das Geld für den nächsten Wertpapiereinkauf zu sichern und Einnahmen aus dem Wertpapierverkauf und Dividenden einzuziehen.
Das Referenzkonto hingegen dient dazu, Geld auf das Verrechnungskonto einzuzahlen. Zudem geht das Geld aus dem Depot, welches Sie selbst ausgezahlt haben und anderweitig verwenden wollen auf das Referenzkonto.
Sie können Ihr Depot bei diversen Anbietern eröffnen. So können Sie bei Filialbanken, Onlinebanken oder bei einem Broker ein Depot eröffnen. Wenn Sie bei einer Filialbank ein Depot eröffnen, können Sie in die Bankfiliale vor Ort gehen und dort die Eröffnung beantragen. Regelmäßig sind Filialbanken aber teuer, weil hohe Gebühren für Transaktionen als auch für die Verwahrung anfallen. Das schmälert natürlich den Ertrag. Es gibt die Möglichkeit, das Depot komplett offline zu führen, was in der Regel günstiger ist.
Reine Onlinebanken sind meist deutlich günstiger. Ein Broker ist am günstigsten. Sie bieten lediglich die Depotführung an und ermöglichen keine weiteren Bankgeschäfte. Kontoführungsgebühren fallen dort regelmäßig gar nicht an. Transaktionen kosten regelmäßig nur einen Euro und auf nicht eingesetztes Geld gibt es wie bei einem Tagesgeldkonto Zinsen. Die Auswahl des richtigen Depots ist daher von besonderer Bedeutung. Mit dem richtigen Depot reduzieren sich die Kosten fürs Kaufen und Verkaufen und erhöht sich damit der Gewinn.
Wenn Sie Ihr Depot eröffnen müssen Sie allein für das Eröffnen keine Steuern zahlen. Steuern fallen lediglich für Kapitalerträge, wie Zinsen und Dividenden oder realisierte Gewinne an. Die Steuer wird als Abgeltungsteuer erhoben und daher direkt einbehalten. In das Portfolio geht somit allein der Netto-Betrag ein. Die Steuerlast beträgt 26,375 Prozent inklusive Solidaritätszuschlag. Gegebenenfalls fällt dazu noch Kirchensteuer an. Pro Jahr lassen sich EUR 1 000 und bei Ehegatten EUR 2 000 Kapitalerträge steuerfrei einnehmen. Eine weitere Möglichkeit, um Steuervorteile zu realisieren ist es, mit einer vermögensverwaltenden GmbH zu handeln.
Besonders wichtig ist es, schon zu Beginn einen Freistellungsauftrag (§ 44 Absatz 1 Nummer 2, Absatz 2 Satz 1 Nummer 1 EStG) zu stellen. So können Sie verhindern, dass den Freibetrag von EUR 1 000 beziehungsweise EUR 2 000 schon versteuert wird. Dazu gibt es in der App einen Bereich, indem Sie den entsprechenden Antrag stellen können.
Bevor Sie Geld auf Ihr Depot einzahlen, müssen Sie einkalkulieren, dass das eingezahlte Geld erst einmal Weg ist. Dies sollten Sie in Ihrer Vermögensplanung berücksichtigen.
Führen Sie das Verrechnungskonto und das Depot über eine deutsche Bank ist das Guthaben auf dem Verrechnungskonto bis EUR 100 000 im Falle der Insolvenz der Bank gesichert. Deutsche Banken sind Mitglied des Einlagensicherungsfonds und haben eine deutsche Banklizenz.
Dieser Beitrag ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall. Maßgeblich sind Sachverhalt, aktuelle Rechtslage, Zuständigkeit, Dokumentation und Umsetzung.