Am 10.08.2020 traten in Dubai die sogenannten ESR-Regelungen in Kraft. Die „Economic Substance Regulations“, zu Deutsch „ökonomischen Substanzregelungen“ bestimmen, nach welchen Grundsätzen die Vereinigten Arabischen Emirate dort ansässige Unternehmen als solche anerkennen. Die ESR in Dubai setzen dabei insbesondere eine tatsächliche Unternehmenssubstanz vor Ort voraus. Sie können zum Beispiel in einem Gebäude oder beschäftigten Arbeitnehmern bestehen.
1. ESR in Dubai: Geschichte und Hintergründe
Die Regelungen zur ökonomischen Substanz sind Gesetze, mit denen die VAE die wirtschaftlichen Aktivitäten vor Ort regeln. Mit ihnen reagieren die Emirate unter anderem auf gemeinsame Verpflichtungen der OECD-Mitgliedstaaten sowie aus Verträgen mit der Europäischen Union. Ziel der ESR in Dubai ist die Vermeidung schädlicher und missbräuchlicher Steuerpraktiken.
Die ESR in Dubai sollen also den Missbrauch von Steuergesetzen, vor allem durch die Gründung von Briefkastenfirmen, vermeiden. Um in den Genuss geltender Steuervorteile zu kommen, soll das jeweilige Unternehmen tatsächlich vor Ort tätig sein.
„Steuervorteil“ meint dabei in erster Linie die Befreiung von der im Juni 2023 eingeführten Unternehmensteuer in Höhe von 9 %. Denn bestimmte Firmen sind in Abhängigkeit von ihrer Geschäftstätigkeit hiervon ausgenommen. Durch die ESR in Dubai müssen sie den zuständigen Aufsichtsbehörden gegenüber einmal pro Jahr nachweisen, dass sie ihre Tätigkeit tatsächlich vor Ort ausüben.
2. Inhalt der Economic Substance Regulations in den VAE
Die ESR in Dubai und den übrigen VAE gelten für Unternehmen aller Rechtsformen, wenn sie eine der folgenden Tätigkeiten vor Ort ausüben:
Dieser Beitrag ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall. Maßgeblich sind Sachverhalt, aktuelle Rechtslage, Zuständigkeit, Dokumentation und Umsetzung.