Mit einer Holding investieren Sie steueroptimiert. Dabei gibt es gleich mehrere Optionen. Einerseits kann man mit einer Holding Immobilien erwerben und dann an eine Tochtergesellschaft vermieten, ohne dass dabei Gewerbesteuer anfällt. Weiterhin sind Investitionen in Aktien und andere Wertpapiere mit einer Holding steuerlich besonders günstig. Auch bei einem Exit ist die Holding die richtige Gestaltung. Ebenso interessant ist die Gründung weiterer Tochtergesellschaften, die Dienstleistungen sowohl Schwestergesellschaften als auch anderen Unternehmen anbietet.

1. Mit Holding investieren – Einleitung

Von der Rechtsform eines Unternehmens hängen eine ganze Reihe von Aspekten ab. Einer der wichtigsten Faktoren ist dabei die Haftung der Gesellschafter. Bei Startups mag es hingegen eher der steueroptimierte Exit sein, den die Gründer bereits zu Beginn im Blick haben. Gerade junge Menschen, die viele unternehmerische Ideen haben, sind für Lösungen affin, die aus einem steueroptimierten Veräußerungsgewinn gleich die nächste Idee verwirklichen lässt. An diesen Gedanken anknüpfend, kommen wir zum Aspekt, mit einer Holding zu investieren. Welche guten Gründe dafür sprechen und wie man dieses Ziel am besten verfolgen sollte, besprechen wir in diesem Beitrag.

2. Aufbau einer Holding

Für die meisten unserer treuen Leserinnen und Leser dürfte der Grundgedanke einer Holding inzwischen bekannt sein. Dennoch gehört die Kurzdarstellung auch für alle anderen unter Ihnen, denen diese Struktur noch unbekannt ist, an diese Stelle.

Eine Holding ist eine Gesellschaft, die in erster Linie dem Halten und Verwalten von Unternehmensbeteiligungen dient. In aller Regel handelt es sich dabei um eine Mutter-Tochter-Gesellschaftsstruktur, in denen beide Gesellschaften in der Rechtsform einer GmbH firmieren. Der steuerliche Vorteil einer solchen Unternehmenskonstellation ist, dass die Tochtergesellschaft ihre Gewinne fast steuerfrei an die Holdinggesellschaft ausschütten kann. Würde keine Holding vorliegen, und wollten die Gesellschafter der operativen GmbH die Gewinne stattdessen auf ihre private Ebene ausschütten, müssten sie mit 25 % Kapitalertragsteuer rechnen. So sind es nur 1,5 % auf Ebene der Holding.

Jedenfalls ist damit klar, dass das Investieren mit einer Holding wesentlich vorteilhafter ist, als wenn man als GmbH-Gesellschafter die deutlich höher versteuerte Dividende reinvestieren wollte. Doch wie genau soll man dann mit einer Holding investieren, um den optimalen Vorteil zu generieren?

3. Steueroptimiertes Investieren mit einer Holding

Man kann gleich zu Beginn dieses Kapitels verschiedene Optionen unterscheiden. Denn je nach Asset Klasse, in die man mit einer Holding investieren möchte, können sich unterschiedliche Chancen und Risiken ergeben.

3.1. Mit einer Holding in Immobilien investieren

Eine sehr naheliegende Möglichkeit ist die Investition des in einer Holding thesaurierten Gewinns in unbebaute oder bebaute Grundstücke. Dabei hat diese Option einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Alternativen. Denn bei der Vermietung von Immobilien durch eine GmbH kann man die erweiterte Grundstückskürzung nach § 9 Nummer 1 Satz 2 GewStG in Anspruch nehmen. Das bedeutet, dass die Gewerbesteuer entfällt. Man zahlt also praktisch nur die Hälfte der Steuer, die eine rein gewerblich tätige GmbH zahlten würde (nur etwa 15 % statt 30 %).

Aber da ist noch mehr zu holen: Vermietet die Holding die Immobilie an die eigene Tochtergesellschaft, dann bedeuten die Mietkosten auf deren Ebene einen Abzug des Gewinns und somit 30 % weniger Steuern, obwohl die Holding-Mutter die Mieteinnahmen dank der erweiterten Grundstückskürzung nur mit 15 % zu versteuern braucht.

3.2. Mit einer Holding in Aktien und andere Wertpapiere investieren

Noch vorteilhafter ist aus steuerlicher Sicht die Investition der Dividenden einer Holding in Wertpapiere. Wenn eine Holding ihr Geld etwa in Aktien investiert, dann sind die Gewinne, die ihr aus solchen Investments zufließen, steuerlich ebenfalls privilegiert. Denn dann fällt auf den Gewinn nur Körperschaft- und Gewerbesteuer mit zusammen 1,5 % an.

3.3. Mit einer Holding einen Exit steueroptimieren

Diesen Teilaspekt haben wir bereits kurz angedeutet. Tatsächlich ist die Reinvestition des Gewinns nach einem Exit einer der wichtigsten Aspekte zur Verwendung einer Holding. Hierzu stehen viele Wege offen. Doch wollen wir uns hier auf den Gedanken konzentrieren, dass man mit dem steuerlich vorteilhaft an die Holding ausgeschütteten Gewinn neue Geschäftsideen aufbauen kann. Dabei kann man einerseits das gesamte Kapital zur Gründung einer neuen GmbH verwenden. Andererseits kann man aber auch eine neue Tochter-GmbH mit dem Mindeststammkapital von EUR 25.000 gründen und dann den erforderlichen Rest für den Start des Unternehmens über eine Darlehen von der Muttergesellschaft erhalten. Dies hat den Vorteil, dass dann auf Ebene der Tochtergesellschaft Finanzierungskosten entstehen, die steuerlich verwendet werden können. Unter Umständen können diese Finanzierungskosten sogar zu einem Verlustvortrag führen, was gerade bei noch jungen Unternehmen durchaus üblich ist.

3.4. Mit einer Holding diversifizieren

Ein weiterer Vorteil beim Investieren mit einer Holding ist möglich, wenn man bestimmte Tätigkeiten in eigenständige Tochtergesellschaften bündelt. Denn dann kann man diese Leistungen neben den eigenen operativen Unternehmen auch fremden Unternehmen anbieten. Dies bietet sich insbesondere im Bereich der Verwaltungstätigkeiten an, etwa bei der Buchhaltung, dem Marketing oder dem Personalwesen. Zwar sind hierbei kaum steuerliche Vorteile möglich (anders als bei der Vermietung von Immobilien an eine Schwestergesellschaft), aber da man dadurch gleichfalls Gewinne erzielen kann, sollte man diese Option ebenso berücksichtigen.

4. Wie mehrere Gesellschafter mit einer Holding investieren können

Eine GmbH ist oft der erste Schritt in die Selbständigkeit. Häufig geht man diesen Weg alleine. Doch gibt es auch die Option, mit mehreren Partnern ein Unternehmen zu starten. In dem Fall ist die Frage der Gründung einer Holding logischerweise etwas komplexer als bei einem einzelnen Gesellschafter. Daher wollen wir nun schauen, ob das auch in einer solchen Konstellation umsetzbar ist.

Wenn also mehrere Gesellschafter an einer GmbH beteiligt sind, muss man entscheiden, ob man eine gemeinsame Holding gründen möchte, ober ob lieber jeder Gesellschafter eine eigene favorisiert. Wenn man eine einzige Holding für alle Gesellschafter wählt, ist die Gründung relativ leicht umzusetzen. Bei einer Holding für jeden Gesellschafter sieht das schon anders aus. Um nämlich den Umwandlungsvorgang steuerneutral vorzunehmen, müsste jeder Gesellschafter mehr als 50 % der Anteile in die Holdinggesellschaft einbringen. Da dies schon bei einer GmbH mit nur zwei Gesellschaftern unmöglich ist, müssen wir hierbei zu gestalterischen Mitteln greifen.

Eine Möglichkeit besteht darin, dass man statt einer Einbringung auch einen Verkauf vornehmen kann. Allerdings ist das nur dann sinnvoll, wenn man lediglich einen geringen Gewinn bei diesem Share Deal erwartet. Auf diese Weise vermeidet man übrigens auch die siebenjährige Sperrfrist, die nach einer Einbringung entsteht.

Der Verkauf hat aber noch einen weiteren Vorteil. Denn durch den Kauf der Anteile entsteht auf Seite des Gesellschafters eine Kaufpreisforderung. Statt also später einmal eine Gewinnausschüttung vorzunehmen, kann die Holding ihre Verbindlichkeit gegenüber ihrem Gesellschafter ganz einfach ausgleichen. Und da dies kein steuerbarer Vorgang ist, kann man den in der Holding thesaurierten Gewinn auf diese Weise steuerfrei entnehmen.

5. Mit einer Holding investieren – Fazit

Eine Holding ist in vielerlei Hinsicht eine gute Ergänzung zu einer operativen GmbH. Ihr zentraler Vorteil liegt in der steueroptimierten Gewinnausschüttung ihrer Tochtergesellschaften. Dadurch lassen sich deutlich höhere Gewinne reinvestieren als aus der privaten Ebene heraus. Auf diese Weise findet der Vermögensaufbau deutlich schneller statt.

Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, wo man mit einer Holding steuerlich vorteilhaft investieren kann. Insbesondere in Immobilien zu investieren ist sinnvoll, da bei einer Vermietung an die Tochtergesellschaften die Gewerbesteuer keine Bedeutung hat, während bei den Tochtergesellschaften die Mietaufwendungen in voller Höhe Betriebskosten darstellen. Aber auch Investitionen in Aktien und andere Wertpapiere gehen mit Steuervorteilen einher. Und beim Exit einer Tochtergesellschaft glänzt eine Holding ebenfalls mit ganz niedrigen Steuern, sodass fast der gesamte Gewinn in neue Investitionen fließen kann.

Eine Holding ist meistens selber eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, sodass sie auch einfach nur als Spardose fungieren kann. Sie nutzt somit den Vorteil der Besteuerung nach dem Trennungsprinzip, den sie als Kapitalgesellschaft gegenüber einer Personengesellschaft genießt. Denn während thesaurierte Gewinne auf Ebene einer operativen Tochtergesellschaft dem steten Risiko von Haftungsansprüchen Dritter unterliegen, findet über die Gewinnausschüttung an die Holding eine abschirmende Wirkung statt.