Eine verdeckte Gewinnausschüttung – oftmals abgekürzt als vGA bezeichnet – ist aus steuerrechtlicher Sicht eine indirekte Auszahlung von Dividenden einer Kapitalgesellschaft an einen Gesellschafter. Hierdurch verringert sich der von der Gesellschaft per Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer zu versteuernde Gewinn, sodass dies laut Körperschaftsteuergesetz eine Korrektur des Gewinns bedingt. Wenn dies allerdings unterbleibt und erst nachträglich bei einer Betriebsprüfung bekannt wird, dann muss dieser Gewinnanteil nachträglich auf Ebene der Gesellschaft versteuert werden. Gleichzeitig erfolgt allerdings auch eine Korrektur der Einkommensteuer des Gesellschafters, dem die verdeckte Gewinnausschüttung zugekommen ist.
Im Video erklären wir Ihnen welche steuerlichen Folgen die verdeckte Gewinnausschüttung hat und warum eine vGA gar nicht so dramatisch ist wie viele annehmen.
1. Was ist eine verdeckte Gewinnausschüttung?
1.1. Juristischer Rahmen zur verdeckten Gewinnausschüttung
Die verdeckte Gewinnausschüttung ist ein Begriff, der im Zusammenhang mit der Körperschaftsteuer steht. Bei der Körperschaftsteuer wiederum handelt es sich ursächlich um eine Steuer, die, statt von natürlichen Personen, von juristischen Personen zu erheben ist. Demnach ist sie als Äquivalent zur Einkommensteuer natürlicher Personen anzusehen. In erster Linie ist sie also für Kapitalgesellschaften von großer Bedeutung. Indirekt beeinflusst sie aber auch die Dividende der an ihr beteiligten Gesellschafter.
1.2. Allgemeines zur verdeckten Gewinnausschüttung
Zurück zur verdeckten Gewinnausschüttung. Am einfachsten ist sie zu erklären, wenn man ihr ihren Zwilling gegenüberstellt: die offene Gewinnausschüttung. Dabei ist die offene Gewinnausschüttung die reguläre Auszahlung des bereits versteuerten Gewinns einer Kapitalgesellschaft an ihre Gesellschafter. Und die verdeckte Gewinnausschüttung ist somit ihr Gegenteil. So gelten, neben der offenen Gewinnausschüttung, alle Leistungen, gleich welcher Art, die ein Gesellschafter aus der Beziehung zu einer Kapitalgesellschaft erhält, an der er beteiligt ist, als verdeckte Gewinnausschüttung, wenn sie der Höhe nach als unangemessen anzusehen sind. Solche alternativen Vergütungen oder Vorteile, die ein Gesellschafter von seiner Gesellschaft erhält, sind somit neben der offenen Gewinnausschüttung ebenfalls möglich, sofern sie in einem angemessenen Rahmen liegen.
Über die Angemessenheit solcher Nebenleistungen wacht wiederum die Finanzverwaltung. Ist ein Gesellschafter jedoch anderer Meinung, dann beurteilen die Finanzgerichte, ob eine verdeckte Gewinnausschüttung vorliegt.
1.3. Beispiele für eine verdeckte Gewinnausschüttung
Am einfachsten ist es vielleicht, wenn wir Ihnen einige Beispiele zur verdeckten Gewinnausschüttung geben:
Dieser Beitrag ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall. Maßgeblich sind Sachverhalt, aktuelle Rechtslage, Zuständigkeit, Dokumentation und Umsetzung.