Der private Erwerb von GmbH-Anteilen erfolgt unter ungünstigen Bedingungen. Schließlich muss man dafür nettoversteuertes Einkommen aufwenden. Doch kann man das steuerlich korrigieren, indem man die GmbH-Anteile an eine Holding weiterverkauft. Solange dabei keine stillen Reserven aufgedeckt werden, bleibt dies steuerfrei. Steuerfrei ist dann aber auch die Tilgung der aus dem Kauf resultierenden Kaufpreisforderung. Auf diese Weise kann man über die Zeit angesammelte Gewinne aus der Holding ohne Steuern abziehen. GmbH-Anteile mit einer Holding zu kaufen bietet somit ungeahnte Möglichkeiten, um an diesen Schatz zu gelangen, ohne dass dabei Steuern anfallen.

1. GmbH-Anteile kaufen und nachträglich steueroptimieren – Einleitung

Hin und wieder haben wir Mandanten, die zusammen mit einem Geschäftspartner eine operative GmbH gründen. In aller Regel beteiligt man sich zu jeweils 50 % an der neuen GmbH. Doch oft findet man heraus, dass man doch lieber getrennter Wege gehen möchte. Manchmal ist dies auch von Anfang an so geplant, etwa, wenn einer der Geschäftspartner nur als Mentor in das Unternehmen einsteigt. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Elternteil das eigene Kind beim Start ins Unternehmertum begleiten möchte, um es so ganz behutsam an diese Verantwortung heranzuführen.

Irgendwann ist es jedenfalls soweit, dass es zur Trennung kommt. In der Regel geht man dabei so vor, dass der verbleibende Gesellschafter dem ausscheidenden alle GmbH-Anteile abkauft. Doch ist es mit dem Kaufen von GmbH-Anteilen so eine Sache. Kauft man sie auf die private Ebene? Oder nutzt man dafür lieber eine Holding?

2. GmbH-Anteile privat kaufen

Wer ohne fundierten Steuerrat nun einfach zur Tat schreitet und die übrigen GmbH-Anteile kauft, erwirbt sie in der Regel ebenfalls auf die eigene, private Ebene. Das hat den großen Nachteil, dass dabei der Kauf aus nettoversteuertem Vermögen erfolgt und somit die eigene Liquidität schmälert. Dabei gibt es weitaus bessere Strukturen und Lösungen. Doch sind hierzu oft vorausschauende Entscheidungen erforderlich, sodass man strategisch vorgehen und langfristig planen muss.

3. GmbH-Anteile kaufen: Nutzung einer Holding

Mit einer Holding kann man den Erwerb von GmbH-Anteilen deutlich besser strukturieren. Und mit diesen Strukturierungsmaßnahmen, die auch viele weitere zukünftige Vorteile ermöglichen, rücken auch steuerliche Vorteile in den Fokus.

So kann man als Gesellschafter der GmbH die zuvor erworbenen GmbH-Anteile zum gleichen Preis an die eigene Holding weiterverkaufen. Auch wenn dabei vorerst kein Geld fließt, ist das eine sehr vernünftige Maßnahme. Denn durch die dadurch entstehende Kaufpreisforderung gewinnt man die Freiheit, selber zu entscheiden, wann und wie die Tilgung erfolgen soll. Der größte Vorteil ist aber zweifelsohne, dass die Tilgung stets steuerfrei erfolgt.

Was bedeutet das konkret? Nun, stellen Sie sich vor, Ihre Holding hat über die Jahre ein kleines Vermögen angehäuft. Wenn Sie nun auf diese aufgesparten Gewinne zugreifen wollen, müssten Sie normalerweise eine Gewinnausschüttung auf die private Ebene vornehmen. In dem Fall muss man entweder mit einer Kapitalertragsteuer von 25 % rechnen, möglicherweise zuzüglich Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag. Oder man wendet das Teileinkünfteverfahren nach § 3 Nummer 40 EStG an und versteuert 60 % des ausgeschütteten Betrags mit dem persönlichen Einkommensteuersatz. Aber auch hierbei ist unter Umständen mit Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag zu rechnen. Wenn aber die durch den Kauf der GmbH-Anteile verbliebene Kaufpreisforderung getilgt werden kann, dann ist das Geld der Holding ja ebenfalls auf die private Ebene gelangt – nur diesmal eben steuerfrei.

4. Mit einer Holding GmbH-Anteile aus der privaten Ebene kaufen – Fazit

Eine Holdingstruktur ist eine gute Gestaltungsoption, um GmbH-Anteile unternehmerisch gut durchdacht zu erwerben. Neben den vielen weiteren Vorteilen einer Holding, über die wir schon reichlich in anderen Blog-Beiträgen berichtet haben, stellt sich eben auch die Integration einer GmbH in eine Holdingstruktur im Wege eines käuflichen Erwerbs als Pluspunkt dar. Denn durch Aufbau einer Kaufpreisforderung kann man die Gewinne, die die erworbene GmbH in Zukunft abwirft und an die Holdinggesellschaft ausschüttet, letzten Endes steuerfrei aus der Holding auf die private Ebene transferieren. Man tilgt einfach die Forderung. Und da dies steuerfrei ist, kann man sogar einen größeren Betrag auf einmal überweisen.