Diskussionen und Unterhaltungen übers Steuern Sparen sind mehr oder weniger unweigerlich auch mit dem Thema „Steueroasen“ verbunden. An dieser Stelle scheiden sich oft die Geister, denn während die eine Seite Steueroasen als legitimes Mittel zur Steuergestaltung ansieht, erachtet sie die andere als moralisch verwerflich, sieht Steuerflucht oder fehlende Verbundenheit zur eigenen Heimat. Wir schauen uns an, was Steueroasen eigentlich sind, welche praktischen Vorteile sie bieten und wie der deutsche Gesetzgeber mit dem Steueroasen-Abwehrgesetz (StAbwG) versucht, letztere wieder zu neutralisieren.

1. Was ist eine Steueroase?

Schaut man sich weltweit verschiedene Staaten und Regionen an, stellt man schnell fest, dass sich nur wenige davon den Begriff „Steueroase“ tatsächlich auf die Fahne geschrieben haben. Einige Länder werben allerdings dezent mit steuerlichen Vorteilen für bestimmte Berufs- und Personengruppen. So profitierten digitale Nomaden in den letzten Jahren unter anderem in Thailand von einer vorübergehenden Steuerfreiheit.

Einzelne Vergünstigungen machen aber ebenfalls noch keine waschechte Steueroase aus. Vielmehr sind es meist mehrere Attribute, die auf ein Hoheitsgebiet gemeinsam zutreffen und so dazu führen, dass der Standort steuerlich besonders attraktiv wird: